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Gelungene Stafette bei der AWO Heidelberg

AWO Heidelberg

Am 3. Oktober 2017 verabschiedete der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Heidelberg e. V. (AWO) den langjährigen Geschäftsführer Hermann Stammer in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in den Ruhestand und begrüßte seine Nachfolgerin Stefanie Burke-Hähner offiziell im Amt.


Es hätte ein wehmütiger Nachmittag werden können, nach 40 Jahren beim Kreisverband der AWO Heidelberg (AWO), 35 davon als Geschäftsführer, doch Hermann Stammer nahm den Abschied in den Ruhestand sportlich: Unter dem Motto „Lebbe geht weider… AWO geht weider…“, frei nach Fußball-Kulttrainer Dragoslav Stepanovic, wurde das Übergangsritual zu einem fröhlichen Reigen der Dankbarkeit für Erreichtes und der Hoffnung auf Zukünftiges. Der für seinen unaufgeregten Führungsstil geschätzte Hermann Stammer überlässt seiner Nachfolgerin Stefanie Burke-Hähner eine klar positionierte und gut aufgestellte Organisation.AWO1 stafette 3.10.2017
Das soziale Gesicht der Stadt Heidelberg hat Hermann Stammer als AWO Geschäftsführer in 35 Jahren entscheidend mitgestaltet, jüngst im Rahmen der Familienoffensive von Oberbürgermeister Eckart Würzner, in deren Zuge die AWO drei neue Kindertagesstätten eröffnete. Hermann Stammers Werden und Wachsen bei der AWO schilderte der 1. Vorsitzende Thomas Krczal entlang von Anekdoten und Begebenheiten mit Persönlichkeiten wie Anton Stadler, Stammers Vorgänger im Amt, oder Dieter Bächstädt, dem langjährigen 1. Vorsitzenden. Stadträtin Professor Dr. Anke Schuster, die Bürgermeister Würzner vertrat, betonte seine Fachkompetenz. Sie hat sich bei Fragen in Sachen Soziales und Finanzen selbstverständlich an den Geschäftsführer der AWO Heidelberg als Ratgeber gewandt und auch anderen den Tipp gegeben, sich sein Fachwissen zunutze zu machen. Martin Hess, Geschäftsführer des Diakonischen Werks und Sprecher der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Heidelberg erinnerte an den langen gemeinamen Weg bis zur Durchsetzung des Sozialtickets im öffentlichen Nahverkehr. Die stellvertretende Vorsitzende des AWO Bezirksverbandes Baden, Gabriele Teichmann, betonte die übergeordneten Ziele der AWO, etwa den Weltfrieden, zu deren Erfüllung auch Hermann Stammer seinen Teil beigetragen hat, war er doch federführend bei der Schaffung des Heidelberger Kinderschutz-Zentrums, dem ersten in Baden-Württemberg.
Mit buntem „Dankeschön“ Schild stimmte der Betriebsrat geleitet von Dorothea Wawrecka-Harding eine Lobeshymne in Art eines Flash-Mobs an, der im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal für helle Begeisterung sorgte. Manfred Huber, Leiter des Heilpädagogischen Zentrums, lies die Zeit mit Hermann Stammer in einer Zauberrevue passieren, in der es rote Tücher umzufunktionieren und vertrackte Verknotungen zu lösen galt. Am Schluss der Ausblick in den neuen Lebensabschnitt: Frei nach dem Hesse Gedicht „Stufen“ wurde hier Magie über den Anfang gegeben, dem ja bekanntlich immer ein Zauber innewohnt – hier ganz pragmatisch und sicherlich nach Geschmack des scheidenden Geschäftsführers in Form eines Fläschchens Maggie für die beiden Protagonisten Burke-Hähner und Stammer. Dass der scheidende Geschäftsführer seiner Nachfolgerin ein gut bestelltes Haus hinterlässt, das es gilt auf Erfolgs-Kurs zu halten und in neue Terrains zu steuern, wurde nocheinmal deutlich im humorvoll als Stammer ABC vorgetragenen Werdegang als Geschäftsführer durch AWO Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der benachbarten AWO Neckar-Odenwald, Peter Maurus.
Ein dann doch bewegter Hermann Stammer trat aufs Podium, um sich bei allen im Team der AWO Heidelberg für das gelungene Miteinander zu bedanken, den Hauptamtlichen genauso wie den Ehrenamtlichen in den Ortsvereinen. Nie im Traum habe er gedacht, dass er einmal Geschäftsführer der AWO in Heidelberg werden könnte, war ihm doch eine Karriere bei der Bank vorgezeichnet. Es kam anders, weil er damals noch Zivildienst leisten musste und er bald feststellte, dass ihm das Soziale durchaus lag. Trotzdem habe er das erste Angebot ausgeschlagen, denn der Verdienst entsprach damals nicht seinen Vorstellungen. Er bekam das entscheidende Angebot, in die Geschäftsführung der AWO Heidelberg einzusteigen vom damals amtierenden Geschäftsführer Dietrich Tuengerthal am Faschingsdienstag 1978, um 12 Uhr, und so schenkte er dem Angebot erst Glauben, als er sich tatsächlich in der AWO Geschäftsstelle bei der Arbeit wiederfand. Obwohl er nie offiziell einen Auftrag hatte, leitete er die Geschäfte faktisch seit damals und irgendwann später habe er sich dann entschieden, offizielle Schreiben mit „Hermann Stammer, Geschäftsführer“ zu zeichnen. Bislang habe sich niemand deswegen bei ihm beschwert. So wurde eine Entwicklung möglich, an deren Ende heute ein Sozialverband steht, der sich auf die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen spezialisiert hat und sich in diesem Bereich inzwischen eine respektable fachliche Expertise erarbeitet hat. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Belegschaft auch ruppige Zeiten durch hausinterne Tarifvereinbarungen mitgetragen habe. Um so erfreulicher, dass sich die AWO in Heidelberg durch eine lange Betriebsangehörigkeit der Belegschaft auszeichne. Am Ende leitete Thomas Krczal zur Amtsübergabe über, indem er Hermann Stammer zum Ehren-Geschäftsführer ernannte und ihm gemeinsam mit Stefanie Burke-Hähner den AWO-Ehrenfels überreichte.
Nachfolgerin Diplom Kauffrau Stefanie Burke-Hähner, die zuvor schon beim Deutschen Kinderschutzbund Wiesloch e.V. Erfahrungen im Sozialen gesammelt hat, erwies dem scheidenden Geschäftsführer ihren Respekt, indem sie hervorhob, dass Fußball und AWO Heidelberg eben doch nicht so verschieden seien, wie man zuerst vermuten würde. Er als Geschäftsführer habe es vorbildlich verstanden, die Teams in den einzelnen Abteilungen aufzustellen und so zu trainieren, dass das Zusammenspiel gelang. Sie wolle diese fruchtbare Arbeit fortsetzen und sei sehr zuversichtlich angesichts top eingespielter Teams.
Musikalisch von der Formation „Die Möblierten Herren“ mit deutschem Swing und Fußballhymnen stimmungsvoll gestaltet, klang der Nachmittag gemütlich in der Backstube der Gedenkstätte aus.

Bildunterschrift
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Amtsübergabe bei der AWO: Stefanie Burke-Hähner, neue Geschäftsführerin und Hermann Stammer, scheidender Geschäftsführer (v.r.n.l.) [Foto: Sibylle Zerr]